alcemy: Beton- und Zementindustrie nachhaltig optimieren

Die Gründer von alcemy: Leopold Spenner und Dr. Robert Meyer @ alcemy
Die Gründer von alcemy: Leopold Spenner und Dr. Robert Meyer @ alcemy

News-Kategorien
Aktuelles

Das Berliner Start-up alcemy war unter den Top 3 der Kategorie Planen und Bauen bei den German PropTech Awards 2022. Die Vision der beiden Gründer: die Beton- und Zementindustrie in ein neues, digitales und grüneres Zeitalter bringen.

Weltweit ist allein die Zementindustrie für acht Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Wäre diese Industrie eine Volkswirtschaft, dann würde sie gemessen an den Emissionen auf Platz 3 hinter China und den USA liegen. Ein Wandel ist bitter nötig, fanden Leopold Spenner und Dr. Robert Meyer und gründeten im Jahr 2018 alcemy. "Eine Tonne produzierter Zement emittiert knapp 600 kg CO2. Wer über die nachhaltige Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft nachdenkt, muss sich heute schon aktiv mit dem Baumaterial Beton auseinandersetzen." Das junge Unternehmen verfolgt eine klare Mission: alcemy möchte eine der emissionsintensivsten Industrieprozesse nachhaltig optimieren und so der Klimakrise entgegenwirken. Damit aber nicht genug: alcemy unterstützt die Industrie nicht nur dabei, klimafreundlicher zu werden, sondern auch einen Sprung in ein digitales Zeitalter zu machen – weg von manueller Qualitätssicherung hin zu automatisierten, datengetriebenen Prozessen. 

"Nur wenn wir dekarbonisieren, werden wir die Klimaziele bis 2045 erreichen“

"Die Immobilienwirtschaft, aber insbesondere Planer, Architekten, Projektentwickler und Bauunternehmer müssen sich mit dem Thema CO2-arme Betone auseinandersetzen. Beim Bau eines Gebäudes wird unfassbar viel CO2 emittiert und graue Energie verbaut. Nur wenn wir hier dekarbonisieren, werden wir die ambitionierten Klimaziele bis 2045 erreichen“, sagt Leopold Spenner, CEO alcemy. Um in der Branche etwas zu ändern, möchte alcemy Beton- und Zementherstellern die Möglichkeit bieten, mit der alcemy Technologie kosteneffiziente und qualitativ hochwertige CO2-arme Produkte zu produzieren, die deutlich nachhaltiger sind. 

Das junge Unternehmen nutzt maschinelles Lernen und Regelungstechnik zur Vorhersage der Qualitätseigenschaften von Zement und Beton. Durch belastbare Daten und smarte Algorithmen bietet alcemy relevante Einblicke in die gesamte Wertschöpfungskette in Echtzeit – von der Wiege bei der Zementmahlung bis zu Verarbeitung des Betons auf der Baustelle. So wird das handwerklich verarbeitete Naturprodukt zum datenbasierten Hightech-Produkt. Mit der Lösung von alcemy profitieren Unternehmen der emissionsintensivsten Industrie von einer höheren Qualität, sinkenden Produktionskosten und einer massiven CO2-Einsparung. 

"Aufgrund des CO2-Preises auf Zement wird das traditionelle Bauen teurer werden"

Im Ergebnis haben die Hersteller qualitativ hochwertigeren Beton bzw. Zement, der auch noch nachhaltiger ist und in Zukunft auch weniger kosten wird, so das Unternehmen. "In den nächsten Jahren wird aufgrund des CO2-Preises auf Zement das traditionelle Bauen teurer und teurer werden. Damit die Kosten für Bauherren nicht explodieren, sollten sie sich unbedingt schon heute mit dem Thema CO2-arme Betone befassen", sagt Leopold Spenner. Für eine echte Transformation braucht es jedoch neben den Herstellern, die diese CO2-armen Alternativen anbieten, auch die Nachfrageseite, wie Projektentwickler die das Ganze nachfragen. Ohne “Push” und “Pull” werde es keinen Markt für CO2-arme Betone geben, so das Unternehmen. alcemy hat sich daher auch der Aufgabe verschrieben, aktiv über CO2-arme Betone aufzuklären und gemeinsam mit Projektentwicklern radikal CO2-reduzierte Betone in Bauvorhaben umzusetzen. Aktuell beschäftigt alcemy 22 Mitarbeitende. Im Sommer 2022 wird beim EDGE East Side, einem der in Zukunft höchsten Gebäude Berlins, in einem Pilotprojekt ein mit der alcemy Software produzierter Beton eingesetzt, der nochmals fast 50 Prozent CO2 einspart.