Ausblick auf die Kommunal Konferenz

Ruhr-Metropole Essen
In der Ruhr-Metropole Essen findet die nächste Kommunal Konferenz des GCSP statt. © uslatar – stock.adobe.com

German Council
Focus

Susanne Müller

Unter dem Leitmotiv „Mehr Erlebnis. Mehr Stadt. Mehr Zukunft“ laden der German Council of Shopping Places (GCSP) und die Stadt Essen am 16. und 17. Juni zum kommunalen Gipfeltreffen in die Essener Innenstadt ein. Im Mittelpunkt der zweitägigen Konferenz steht die Frage, wie sich Innenstädte im Zuge des strukturellen Wandels neu positionieren können – mit Gesundheit, Sport und Entertainment als tragenden Ankern einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung.

Viele Städte stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Klassische Handelsfunktionen verlieren an Bedeutung, Frequenzen verändern sich, Nutzungsansprüche werden vielfältiger. Gefragt sind heute lebendige Orte, die Begegnung, Kultur, Bewegung, Genuss und Sicherheit miteinander verbinden. Die Kommunal Konferenz in Essen greift diese Entwicklungen auf und richtet den Blick auf konkrete Lösungsansätze. Wie kann der Transformationsprozess gelingen? Welche neuen Aufgaben entstehen für Kommunen, Handel und Immobilienwirtschaft? Und welche Herausforderungen müssen die Akteure gemeinsam bewältigen?

Perspektiven und Exkursion

Der erste Konferenztag beginnt um 12.30 Uhr mit Check-in und Networking in Leo’s Casa in der Essener Innenstadt. Die offizielle Begrüßung um 13 Uhr übernehmen GCSP-Vorstand Harald Ortner sowie das Competence Board Kommunal mit Daniel Freimuth (Hanau Marketing), Ralf Meyer (Bochum Perspektive) und Jan-Bernd Röllmann (Stadtmarketing Marburg). Gemeinsam mit Marco Eißing, Teamleiter Stadterneuerung Innenstadt/Mitte der Stadt Essen, eröffnen sie die Veranstaltung und führen in die zentralen Fragestellungen der Konferenz ein.

Im anschließenden Themenblock „Essen – Von der Einkaufs- zur Erlebnisstadt“ ordnet Dr. Ecevit Agu, Geschäftsbereichsvorstand Planen und Bauen der Stadt Essen, die Transformation der Gesamtstadt strategisch ein und beleuchtet aktuelle Herausforderungen und Chancen der Innenstadtentwicklung. Richard Röhrhoff, Geschäftsführer der Essen Marketing Gesellschaft, zeigt in seinem Beitrag, wie Events, neue Ankerpunkte und Erlebnisformate dazu beitragen können, die Innenstadt stärker als Bühne für Kultur, Sport und urbane Begegnung zu positionieren. Marco Eißing stellt anschließend die strategische Innenstadtentwicklung Essens vor und erläutert unter anderem das integrierte Entwicklungskonzept „Zukunft.Essen.Innenstadt“, neue Ansätze zur Gestaltung öffentlicher Räume sowie Perspektiven für eine resiliente und vielfältig nutzbare City.

Im Anschluss führt eine rund zweistündige Fachexkursion durch die Essener Innenstadt. Vor Ort erhalten die Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Entwicklungen, Umnutzungen und neue Nutzungskonzepte – von Projekten rund um den öffentlichen Raum und Veranstaltungsformate bis hin zu Initiativen im Kreativquartier der nördlichen Innenstadt rund um das Projekt TRUDI. Ab 17.30 Uhr klingt der Tag beim Get-together mit anschließendem Networking-Dinner aus. Der Abend bietet Raum für vertiefende Gespräche, neue Kontakte und intensiven Austausch in entspannter Atmosphäre.

Urban Active im Fokus

Der zweite Konferenztag startet um 9.30 Uhr mit einer Begrüßung durch GCSP-Vorstand Harald Ortner. Es folgt ein Impulsbeitrag aus Architektur und Stadtentwicklung, vorgesehen von Professor Christopher Achammer (ATP Architekten Ingenieure), alternativ von Frauke Burgdorff, Beigeordnete für Planung, Bau und Mobilität der Stadt Aachen. Anschließend richtet sich der Blick der Konferenz mit einem digitalen Grußwort von Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen auf die Rolle der Kommunen bei der Gestaltung zukunftsfähiger Innenstädte.

Im Themenblock „Urban Active – Kultur, Sport und Gesundheit im Herzen der Stadt“ diskutieren die Teilnehmenden anschließend, wie Innenstädte wieder zu aktiven Lebensräumen werden können. Ein Impuls aus Hanau beleuchtet mit dem Projekt „Haus der Demokratie und Vielfalt“, wie neue öffentliche Nutzungen Impulse für die Innenstadtentwicklung setzen können.

Weitere Beiträge widmen sich aktuellen Trends und Frequenzentwicklungen in deutschen Innenstädten. Julian C. Aengenvoort (hystreet.com) analysiert in seinem Vortrag „Frequenzen in den deutschen Innenstädten: Was geht ab?“ aktuelle Besucherströme und Nutzungsmuster. Martin Knabenreich (Bielefeld Marketing) zeigt unter dem Titel „Kommunale Freudenspender: Die neuen Frequenztreiber“, welche Rolle Veranstaltungen, Erlebnisangebote und städtische Initiativen künftig spielen können. Michael Engelmann (CSL Plasma) beleuchtet mit einem Augenzwinkern im Vortrag „Der freundliche Blutsauger“ neue Nutzungsformen im Gesundheitsbereich als Frequenzbringer in Innenstädten. Karl-Heinz König (MK Illumination) spricht darüber, warum die Inszenierung öffentlicher Räume weit mehr ist als dekoratives Beiwerk, und welche Bedeutung Licht und Atmosphäre für urbane Erlebnisräume haben.

In einer abschließenden Diskussionsrunde unter dem Titel „Wer braucht noch Handel?“ diskutieren Julian C. Aengenvoort, Martin Knabenreich, Michael Engelmann, Karl-Heinz König und Patrick Becker (Kaufland) gemeinsam mit dem Publikum, welche Rolle der stationäre Handel künftig spielt und ob Gesundheit, Sport und Erlebnisqualität zu tragenden Säulen urbaner Zentren werden.

Safety im Blick

Der zweite Themenblock „Safety first“ rückt das Thema Sicherheit in den Fokus. Attraktive Stadträume benötigen ein durchdachtes Zusammenspiel von Aufenthaltsqualität und Schutzkonzepten. Christian Schneider, Initiator der Initiative Breitscheidplatz, stellt Ansätze für einen nachhaltigen Schutz von Innenstädten vor und zeigt auf, wie sich Sicherheitsmaßnahmen wirtschaftlich, ästhetisch und zukunftsorientiert gestalten lassen.

In einer Dialogrunde diskutieren Christian Schneider, André Manecke (WISAG Security & Safety Consulting) und Jan-Bernd Röllmann über die Frage, wie sich Innenstädte resilient gestalten lassen und welche Balance zwischen Sicherheit, Offenheit und urbaner Lebensqualität künftig notwendig ist.

Austausch erwünscht

Die Konferenz richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, dem öffentlichen Sektor, Handel und Immobilienwirtschaft. Für Teilnehmende aus Städten, Kommunen und dem öffentlichen Bereich wird ein Sonderpreis für die zweitägige Veranstaltung angeboten. Eine Mitgliedschaft im GCSP ist für diese Gruppe nicht erforderlich. Mit dem kommunalen Gipfeltreffen in Essen setzen der GCSP und die Stadt Essen ein Zeichen für den interdisziplinären Dialog. Ziel ist, gemeinsam tragfähige Konzepte für lebendige, sichere und zukunftsfähige Innenstädte zu entwickeln – und den Wandel aktiv zu gestalten.

Susanne Müller