Baby- und Kindersachen heute oft Secondhand

Secondhand boomt in der Branche Baby- und Kindersachen. © Pixabay / Frauke Riether

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Demografischer Wandel, sinkende Geburtenraten und inflationsbedingte Preissteigerungen: Der Markt rund um Baby- und Kinderausstattung steht vor vielen Herausforderungen. Dennoch konnte das Marktvolumen 2022 um 2,6 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro ansteigen. Das Wachstum im laufenden Jahr 2023 sieht verhaltener aus – plus 1,5 Prozent nach aktuellen Prognosen.

Dabei lautet die große Trendbewegung in der Branche: Secondhand. Der Umsatz rund um gebrauchte Produkte der Baby- und Kinderausstattung erlebt seit der Pandemie einen regelrechten Boom und konnte 2021 um 22,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen. Auch 2022 führt sich dieser Trend fort: Plus 6,9 Prozent. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt der neue „Branchenbericht Baby- und Kinderausstattung“ des IFH KÖLN und der BBE Handelsberatung.

Nachhaltigkeit meets Sparen

„Die Inflation und das daraus resultierende Sparverhalten beobachten wir in allen Handelsbranchen – auch im Markt rund um Baby- und Kinderausstattung. Kein Wunder also, dass Secondhandkäufe in dieser Branche in den letzten beiden Jahren boomen. Zwei große Handelstrends vereinen sich“, ordnet Maximilian Riebel, Manager Strategieberatung bei der BBE Handelsberatung, die Daten ein.

Erstlingsausstattung wird teurer

Durch die gestiegenen Preise werden auch die Kosten für Kinder – und insbesondere Babys und Kleinkinder bis zwei Jahre – höher. So wurden 2022 für ein Kind der Altersgruppe null bis zwei Jahre durchschnittlich 1122 Euro im Jahr ausgegeben. Kostspielig ist vor allem die Erstlingsausstattung, welche 2022 durchschnittlich bei 3494 Euro lag. Zum Vergleich: 2020 lag dieser Wert noch bei 3198 Euro.

Markt bleibt stabil

Trotz Inflation und Sparverhalten wird der Markt für Baby- und Kinderausstattung 2024 weiter moderat wachsen. Die ersten Hochrechnungen der Marktexperten vom IFH KÖLN und der BBE Handelsberatung zeigen für 2023 ein Wachstum von 1,5 Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro. Ähnlich sieht es auch in den nächsten Jahren aus: Bis 2027 liegen die Wachstumsraten bei rund 1,5 Prozent. „Der Markt rund um Baby- und Kinderausstattung ist verhältnismäßig krisensicher. Trotzdem wird es einige neue Markttrends geben, denen Händler gerecht werden müssen. Nicht nur Omnichannel-Handel wird unumgänglich werden, auch nachhaltige Konzepte wie Secondhand oder Miet- und Leihkonzepte werden möglicherweise zu einem Standard in der Branche werden“, so Carina Stäbisch, Projektmanagerin am IFH KÖLN.