Chancen fürs Land

Interview
Tacheles
Susanne Müller
Drei Fragen an
Univ.-Prof. Christoph M. Achammer,
CEO ATP architekten ingenieure
Weniger Ängste, eher Chancen
Welches sind politisch, wirtschaftlich und/oder unternehmerisch zurzeit Ihre größten Ängste und Sorgen?
In erster Linie sehe ich – auch in Deutschland – weniger Ängste und Sorgen, sondern Chancen. Wenn der Spruch stimmt „Wen Gott strafen will, dem schenkt er 30 Jahre ununterbrochenen Erfolg“, dann ist Deutschland angekommen und freut sich auf grundlegende Veränderungen. Wo sonst kann die innovative Familienunternehmerszene die Herausforderungen besser bewältigen als in Deutschland?
Welchen unbequemen Wahrheiten muss sich Deutschland stellen – und welchen speziell die Retail-Branche?
Infrastrukturell ein Entwicklungsland und stimmungsmäßig im Home-Office aus der Workshop-Life-Balance geraten, ist neuer lebensbejahender Optimismus angesagt. Shopping Places, bevölkert von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die den Tag besser machen, sind dafür geeignete Umgebungen.
An welchen Hebeln würden Sie ansetzen, um Optimismus zu verbreiten und etwas zur positiven Entwicklung beizutragen?
Den von uns gewählten und bezahlten Politikern abzuverlangen, die drei einzig sinnvollen Investitionen zu vervielfachen: Bildung, Forschung und Infrastruktur. Dem Begriff „Unternehmen“ wieder mehr Attraktivität zu verschaffen als Bungie Jumpen oder Tiefseetauchen und sich vielleicht an jene Damen und Herren zu erinnern, die vor mehr als 70 Jahren in wenigen Wochen das Konzept der sozialen Marktwirtschaft niedergeschrieben haben.
Susanne Müller