Dem Kieler Kiez eine Stimme geben

Innenstadt-Managerin Janine Streu und Einar Rubin von der Kieler Wirtschaftsförderung freuen sich über rege Bürgerbeteiligung. © Kiel-Marketing

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Die zweite Auflage des von Kiel-Marketing ausgerufenen Ideen-Wettbewerbs „Kiezgröße gesucht!“ befindet sich mitten in der Juryphase. Neben der Bewertung durch eine Fachjury haben noch bis zum 30. Januar auch Bürgerinnen und Bürger die Chance, unter den eingereichten Bewerbungen online für ihr Lieblingskonzept abzustimmen.

Insgesamt fünf Bewerbungen haben die Vorrunde überstanden. „Die eingereichten Konzepte haben genau die Vielfalt zu bieten, die wir uns bei der sehr offen formulierten Ausschreibung erhofft hatten“, freut sich Uwe Wanger, Geschäftsführer von Kiel-Marketing, und ergänzt: „Auffällig ist, dass sich Attribute wie Nachhaltigkeit, bewusster Genuss und das Geschäft als Treffpunkt wie ein roter Faden durch die Bewerbungen ziehen.“

Hochkarätige Experten-Jury

Das Ergebnis des Bürger-Votings komplettiert die Abstimmung der Fachjury, die am 17. Januar getagt hat. „Es war eine spannende Diskussion. Die ersten drei Plätze liegen eng beieinander. Da kann das Bürger-Voting zum Zünglein an der Waage werden“, berichtet Katharina Sieweke, Chefredakteurin des Magazins „stores + shops“ des EHI Retail Instituts. Neben ihr ist die Fachjury mit vier weiteren bundesweit anerkannten Experten aus den Bereichen Innenstadtentwicklung und Nutzungstrends hochkarätig besetzt. Nach der ersten Auflage wieder dabei sind Ingmar Behrens, Generalsekretär des German Council of Shopping Places, und Frank Rehme, unter anderem bekannt durch fachkundige Beiträge im Online-Portal „Zukunft des Einkaufens“. Neu in der Runde sind neben Katharina Sieweke die Kiez-Expertin Julia Staron, aktuell Quartiersmanagerin der Hamburger Reeperbahn, von der Stadtmanufaktur und Karen Klessinger, Leitung Destinationsentwicklung bei danpearlman. Grundlage der Entscheidungsfindung ist ein Katalog aus zehn Bewertungskriterien, der unter anderem Parameter wie Innovationsgrad, Frequenzbringer, wirtschaftliche Tragfähigkeit sowie zunehmend stärker nachgefragte Themenschwerpunkte wie Nutzungsvielfalt, Lokalkolorit und Nachhaltigkeit enthält.

Bürger und Besucher profitieren

500 abgegebene Stimmen der Bürger müssen vorliegen, damit das Abstimmungsergebnis gewertet wird. Die Abstimmung erfolgt online auf www.kieler-innenstadt.de/kiezstimme. Sobald das finale Ranking steht, macht sich das Innenstadt-Management auf die Suche nach der passenden Fläche für das Gewinnerkonzept. Je nach Flächengröße und Vertragsgestaltung können voraussichtlich ein bis zwei der eingereichten Konzepte bis Ende 2024 finanziell gefördert werden. „Kieler und Besucher aus dem Umland sind am Ende diejenigen, welche die Läden regelmäßig aufsuchen und deren Produkte kaufen sollen. Diese Menschen müssen die Konzepte überzeugen. Nicht zuletzt führt die Möglichkeit der Mitbestimmung auch zu einer neuen Identifikation mit dem Standort“, erläutert Innenstadt-Managerin Janine Streu die Relevanz des Bürger-Votings.

Projektfonds zur Stärkung der Innenstadt

Der Landeshauptstadt Kiel wurden im September 2021 im Rahmen der Zentrenförderung des Landes Schleswig-Holstein 219.000 Euro für einen Ansiedlungsfonds bewilligt. Mit der Umsetzung wurde das Innenstadt-Management von Kiel-Marketing betraut. Ergänzt um den Eigenanteil der Stadt, stehen Kiel-Marketing 292.000 Euro bis Ende 2024 für die Anmietung von Immobilien zur Verfügung. Die Projektabwicklung hat sich dabei an der Förderrichtlinie des Landes für das Innenstadtprogramm zu orientieren. Das Förderprogramm des Landes war im Rahmen der Corona-Hilfen Mitte Juni 2021 auf den Weg gebracht worden. Der Ansiedlungsfonds ist dabei Teil eines Projektfonds zur Stärkung der Innenstadt mit weiteren drei Modulen. Für die Einrichtung dieses Projektfonds erhält die Landeshauptstadt Kiel aus dem Zehn-Millionen-Programm des Landes Schleswig-Holstein zur Förderung der Innenstadtentwicklung 500.000 Euro (667.000 Euro mit städtischem Eigenanteil).