Der Handel lässt laden: Ausbau der Infrastruktur

Zahlreiche Handelsunternehmen haben E-Ladestationen installiert. © Pixabay / Felix Müller

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Mehr als eine Million E-Autos fahren bereits auf Deutschlands Straßen. Wenn es nach den Plänen der Bundesregierung geht, sollen es bis Ende 2030 rund 15 Millionen sein. Trotz der Ausnahmeregelung für E-Fuels beim Aus für Neuzulassungen von Verbrennern ab 2035 sind sich die Experten weitgehend einig: Batterie-elektrische Fahrzeuge werden das dominierende individuelle Transportmittel sein.

Dazu werden immer mehr Lademöglichkeiten gebraucht. Der Handel hat in den vergangenen Jahren Ladeinfrastruktur auf seinen Parkplätzen aufgebaut. Mehr als 70 Prozent bieten bereits Ladestationen an, wie das EHI-Whitepaper „Elektromobilität im Handel 2023“ zeigt.

Der Handel trägt maßgeblich zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität bei. 71 Prozent geben an, Lademöglichkeiten anzubieten. Weitere 15 Prozent planen dies für die Zukunft. Nur für 14 Prozent der Befragten ist das Ladesäulenthema nicht relevant. Gründe hierfür sind zum Beispiel Innenstadtlagen - wie es sie oft beim Bekleidungs-, Schuh- und Sportfachhandel gibt - oder gemietete Objekte, für die Vermieter zuständig sind. Bis zum nächsten Jahr plant mehr als ein Drittel der befragten Handelsunternehmen, zwischen 51 und 300 neue Ladestationen zu errichten. Weitere zehn Prozent wollen über 300 Neueinrichtungen umsetzen.

Bereits 80.000 Ladepunkte

Gut 80.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte hat die Bundesnetzagentur Anfang des Jahres gezählt. Nicht nur die Anzahl ist bei den Handelsunternehmen rasant gewachsen, vor allem die mögliche Ladeleistung ist stark gestiegen und damit die Möglichkeit, in kurzer Zeit mehr Fahrzeuge zu laden. Der Anteil der HPC-Ladestationen – die High Power Charger - ist innerhalb eines Jahres von zehn auf 21 Prozent gestiegen. Ladesäulen mit DC-Technologie, also Schnell-Lademöglichkeit, liegen inzwischen bei über 50 Prozent auf Handelsparkplätzen.

Vielfach Gebühren eingeführt

Bei den hohen Strom- und Investitionskosten hat der Handel vielfach seinen kostenlosen Ladeservice überdacht und Gebühren eingeführt. 71 Prozent der Händler lassen sich den Strom-Service nun bezahlen, im Vergleich zu 42 Prozent im vorigen Jahr. Der Anteil der Unternehmen, die den Ladestrom vergünstigt für ihre Kundschaft anbieten, ist von 26 auf 14 Prozent gesunken. Nur noch elf Prozent der Handelsunternehmen geben den Ladestrom kostenfrei ab.

Zusätzlicher Kundenservice

Die Handelsunternehmen bieten Ladestationen an, um ihrer Kundschaft einen zusätzlichen Service bieten zu können. 81 Prozent der Befragten nennen Kundenbindung als Hauptgrund. Aber auch Klimaziele haben einen großen Stellenwert erlangt, sagen 58 Prozent der Händler. In der Vorjahresbefragung waren es nur 42 Prozent. Die Gesetzgebung ist für 47 Prozent Motivation für die Errichtung von Ladestationen. Das Geschäftsmodell nennen 42 Prozent als Grund für den Aufbau von Ladeinfrastruktur.