Dunkle Seite der Stadt darf nicht zurückkehren

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Um Energie im öffentlichen Raum zu sparen, sollen ausgerechnet in der kalten und dunklen Jahreszeit erhellende Events wegfallen. Die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd) fühlt sich an schmerzliche Zeiten erinnert.
„In den letzten 30 Monaten haben wir die dunkle Seite der Stadt kennengelernt. Der Verzicht auf Kulturerlebnisse und Begegnungsangebote ist gerade vorüber, die tiefen Spuren der Corona-Pandemie sind aber noch deutlich spür- und sichtbar. Leerstand nach Geschäftsaufgaben und Fachkräftemangel allerorten“, prangert die bcsd an. „In der aktuellen Diskussion um das Energiesparen im öffentlichen Leben möchten wir deshalb deutlich Stellung beziehen und fordern für die anstehende dunkle und kalte Jahreszeit deutliche Energieeinsparungen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des städtischen Lebens, denn Kultur-, Wirtschafts- und Freizeitangebote sind Begegnungsanlässe, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das wirtschaftliche Leben in den Städten stärken und stützen.“
Transparenz und Sachlichkeit gefordert
Aktuell finden sich viele Stadtmarketingorganisationen und Kommunen in der Debatte um die komplexen Herausforderungen zur Einsparung von Energie zur dunklen Jahreszeit wieder. Durchschnittlich 25 Prozent Energieeinsparung für den Winter, so lautet das vorgegebene Ziel der Bundesnetzagentur – und das sollte für jedes Veranstaltungsformat vom Weihnachtsmarkt über Opernaufführungen bis hin zum Public-Viewing anlässlich der Männer-Fußball-WM möglich sein. Transparenz bei den Diskussionen, einhergehend mit einer sachlichen Fundierung, helfen laut bcsd dabei, vor reiner Symbolpolitik zu schützen. „Spielen wir nicht die einzelnen Formate und Angebote gegeneinander aus, sondern ermöglichen Kultur, Sport und Brauchtum überall dort, wo möglich. Organisieren wir gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Begegnungen gerade in Zeiten der Krisen und ermöglichen das wirtschaftliche Leben in unseren Städten“, so bcsd-Bundesvorsitzende Bernadette Spinnen.
Vorbereitungen gegen den Lockdown
In diesen Tagen laufen viele der von Bund und Ländern geförderten Stadtentwicklungsmaßnahmen zur Belebung der Innenstädte an, damit sie als Wirtschafts- und Begegnungsräume erhalten und weiterentwickelt werden. Sie setzen Anreize für die Innenstadtakteure, sich intensiv einzubringen, und werden in der Regel vom Stadtmarketing koordiniert. Diese Entwicklungen dürfen nun nach Ansicht des bcsd nicht übereilt gefährdet werden. Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft zeigen sich demnach bereits heute kreativ und innovativ beim Einsparen von Energie. In der Veranstaltungsbranche beispielsweise gebe es seit Jahren Leitfäden zur nachhaltigen Organisation und Umsetzung von Events. Allein die Einsparungen durch die Umstellung auf leistungsfähige LED-Beleuchtung gilt als energietechnische Revolution. Da die Preise enorm steigen und eine Mangellage bei der Energieversorgung befürchtet wird, setzt man sich vielerorts umfassend mit dem Einsparpotenzial der vorhandenen Ressourcen auseinander. Die bcsd begrüßt diese Anstrengungen ausdrücklich und fordert alle Beteiligten auf, sich konzeptionell, organisatorisch und technisch so gut wie nur möglich auf die dunkle Jahreszeit vorzubereiten, um einen erneuten Lockdown-Effekt für das städtische Leben und die Innenstädte zu verhindern.