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City Christmas. © MK Illumination

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Wie müssen Städte und Orte gestaltet sein, damit sie auch für die nächste Generation lebenswert, attraktiv und relevant bleiben? Eine Antwort darauf lässt sich nicht auf eine einzelne Maßnahme reduzieren. Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo Lebendigkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit zusammen gedacht werden. MK Illumination hat dazu aktuelle Fakten recherchiert.

Lebendigkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit  - das sind zunächst unterschiedliche Aufgaben. In der Praxis greifen sie jedoch ineinander. Ein Platz, auf dem Menschen gerne bleiben, wird anders genutzt als ein Raum, den man möglichst schnell durchquert. Gute Gestaltung kann Begegnung fördern, Frequenz steigern und der Verödung von Orten entgegenwirken. Wo Menschen bleiben, entsteht soziale Präsenz – und damit auch ein anderes Sicherheitsempfinden. Gleichzeitig wird die Frage wichtiger, wie Städte und Standorte mit ihren Ressourcen umgehen. Erneuerbare Energien leisten einen Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels und können durch eine Reduktion des C02-Ausstoßes helfen, sommerliche Überhitzung zu reduzieren. Zugleich stärken sie die Energieunabhängigkeit und können langfristig wirtschaftliche Vorteile schaffen. Die Zukunftsfähigkeit eines Ortes zeigt sich deshalb nicht in einer einzelnen Lösung, sondern darin, wie gut soziale, ökologische und wirtschaftliche Anforderungen zusammenspielen.

Soziale Infrastruktur

Lebendigkeit lässt sich nicht verordnen. Sie entsteht dort, wo Menschen unterschiedliche Gründe haben, einen Ort aufzusuchen und dort Zeit zu verbringen: zum Einkaufen, für ein Essen, eine Veranstaltung, einen Kaffee, einen Spaziergang oder schlicht für eine Begegnung. Damit verändert sich auch die Rolle von Innenstädten, Shopping Centern und Quartieren. Sie sind Teil eines größeren sozialen Gefüges. Ihre Qualität bemisst sich nicht allein daran, was dort angeboten wird, sondern auch daran, welche Rolle sie im Alltag der Menschen spielen und wie gut sie mit ihrem Umfeld verbunden sind. Das ist zunehmend auch eine gesellschaftliche Frage. Öffentliche Räume gehören zu den wenigen Orten, an denen Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen selbstverständlich aufeinandertreffen können. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Einsamkeit und sozialer Isolation gewinnt diese Funktion an Bedeutung.

Wie relevant das Thema inzwischen ist, zeigt ein aktueller Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2025. Weltweit fühlt sich etwa jeder sechste Mensch einsam. Besonders häufig betrifft dies Jugendliche und junge Erwachsene. Bei den 13- bis 29-Jährigen liegt der Anteil bei rund 17 bis 21 Prozent, bei Jugendlichen ist er am höchsten (World Health Organization, From loneliness to social connection: Charting a path to healthier societies, 2025). Die WHO betont zugleich, dass soziale Verbundenheit wesentlich für Gesundheit, Wohlbefinden und gesellschaftlichen Zusammenhalt ist.

Lebendige Innenstädte können dazu beitragen, diesem Phänomen entgegenzuwirken. Sie schaffen Möglichkeiten zur zufälligen Begegnung. Das ist auch demokratiepolitisch relevant. Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht nur in Institutionen, sondern im Alltag – dort, wo Menschen sich sehen, miteinander ins Gespräch kommen und erleben, dass eine Stadt von unterschiedlichen Menschen gemeinsam genutzt wird.

Analoges mit neuem Wert

Gerade für eine Generation, für die digitale Verfügbarkeit selbstverständlich ist, gewinnt deshalb das Physische an Bedeutung. Was online bequem ist, muss ein realer Ort nicht kopieren. Seine Stärke liegt in dem, was sich nicht auf einen Bildschirm übertragen lässt: Dinge berühren, Materialien spüren, Gerüche wahrnehmen, Licht und Raum erleben, Menschen unmittelbar begegnen und gemeinsam etwas erfahren. Daraus entsteht eine neue Aufgabe für Gestaltung. Gute Orte müssen nicht permanent spektakulär sein. Sie brauchen Qualitäten, die Menschen emotional erreichen: ein Lichtspiel, das einen Platz verändert, eine Installation, die zum Näherkommen einlädt, ein unerwartetes Detail, Musik, Gastronomie, einen Markt oder eine temporäre Inszenierung. Entscheidend ist nicht das einzelne Element, sondern das Erlebnis, das daraus entsteht.

Gestaltung wird damit mehr als Dekoration. Sie kann Verhalten beeinflussen, Begegnung ermöglichen und einem Ort eine eigene Identität geben. Festliche Beleuchtung spielt dabei eine besondere Rolle, weil es Räume unmittelbar verändert, Orientierung gibt und Atmosphäre schafft. Das bedeutet nicht, dass jeder Ort zum Erlebnispark werden muss. Im Gegenteil. Die interessantesten Orte wirken häufig selbstverständlich und besitzen trotzdem etwas Eigenes. Gute Inszenierung nimmt die Besonderheiten eines Ortes auf, statt sie mit einem austauschbaren Konzept zu überdecken. Thomas Mark, Präsident von MK Illumination, erlebt diese Unterschiede in Projekten auf der ganzen Welt – vom alpinen Dorf bis zur internationalen Retail-Destination. Gestaltung funktioniere dann besonders gut, wenn sie auf den jeweiligen Ort reagiere, sagt er. Dekoration könne man überall hinstellen, eine gute Inszenierung müsse dagegen zum Ort gehören. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wie spektakulär ein Ort werden kann, sondern: Was kann dieser Ort bieten, das Menschen tatsächlich erleben möchten – gemeinsam und mit allen Sinnen?

Licht schafft Orientierung

Wenn es dunkel wird, verändert sich die Wahrnehmung eines Ortes. Plätze, Wege und öffentliche Räume, die tagsüber selbstverständlich belebt sind, können am Abend schnell leer und unübersichtlich wirken. Festliche, atmosphärische Lichtgestaltung kann auch hier einen wichtigen Beitrag leisten: Sie schafft Orientierung, gibt Räumen Präsenz und trägt dazu bei, dass Menschen sich auch nach Einbruch der Dunkelheit gerne dort aufhalten.

Dass dieser Zusammenhang mehr ist als eine gestalterische Annahme, zeigt eine aktuelle Studie des RetailLab der Universität Innsbruck. Im Wintersemester 2024/25 untersuchte das Forschungsteam gemeinsam mit MK Illumination, wie festliche Beleuchtung die Aufenthaltsqualität, das Verhalten und das persönliche Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum beeinflusst. Rund 750 Personen wurden auf Weihnachtsmärkten und im Lichtpark Lumagica befragt, ergänzt durch 40 Experteninterviews sowie Labor- und Feldexperimente mit 430 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Ergebnisse sind deutlich: Festlich beleuchtete Räume wurden um 25 Prozent attraktiver bewertet. 30 Prozent empfanden den Aufenthalt in dekorativ beleuchteten Bereichen als weniger riskant, 14 Prozent fühlten sich durch die atmosphärische Beleuchtung sicherer. Besonders relevant ist dieser Effekt für öffentliche Plätze und Parks.

Damit berührt Licht eine Frage, die weit über Ästhetik hinausgeht. Sicherheit und Lebendigkeit hängen eng zusammen. Wo Menschen sich auch am Abend gerne aufhalten, entstehen Bewegung, Sichtbarkeit und soziale Präsenz. Wo öffentliche Räume dagegen leer und verödet wirken, kann Unsicherheit entstehen. Festliche Beleuchtung macht einen Ort nicht automatisch sicher. Sie kann aber dazu beitragen, dass Menschen einen Raum auch nach Einbruch der Dunkelheit als angenehm und zugänglich wahrnehmen – und ihn länger und häufiger nutzen. So wird Licht zu einem Baustein von Lebendigkeit und damit auch von Sicherheit.

Atmosphäre als Besuchsgrund

Die Innsbrucker Untersuchung zeigt: Atmosphäre beeinflusst, wie Menschen einen Ort nutzen. 86 Prozent nannten die Weihnachtsbeleuchtung als Besuchsgrund, 98 Prozent der unter 29-Jährigen und 93 Prozent der über 30-Jährigen konsumierten auf dem Weihnachtsmarkt. Auch beim Shopping und in der Gastronomie wurden relevante Ausgaben gemessen. Wie das in der Praxis wirken soll, zeigt Wels im kommenden Winter: Ein 2,2 Kilometer langer Lichterpfad mit 31 Installationen soll bis zu eine Million Besucher in die Innenstadt bringen. 350 Geschäfte sind beteiligt, erwartet wird ein Frequenzplus von zehn bis 20 Prozent.

In Bielefeld schaffen im vergangenen Winter zwei leuchtende Riesenherzen als temporäre „Kusshaltestellen“ einen kleinen, emotionalen, aber sehr wirkungsvollen Anlass zum Stehenbleiben und Begegnen. Eutin nutzt ebenfalls mit Licht die Kunst der Inszenierung, um die Saison zu verlängern und zusätzliche Frequenz zu schaffen. In New York wird daraus Stadtinszenierung im großen Maßstab: Lichtinstallationen und -spaziergänge verwandeln ganze Stadtbereiche in Erlebnisräume – die Karte der Christmas-Lights zeigt eindrucksvoll, wo die Stadt zur Kulisse für den nächsten Weihnachtsblockbuster wird: www.americanchristmas.com/walking-tour-2025/.

Nachhaltigkeit als Standortfaktor

Lebendige und sichere Orte sollen nicht nur heute funktionieren. Sie müssen auch mit den Herausforderungen von morgen umgehen können. Genau hier kommt die dritte Dimension der Zukunftsfähigkeit ins Spiel: Nachhaltigkeit. Was nützt eine attraktive Inszenierung, wenn sie Ressourcen unnötig verbraucht? Und was nützt eine nachhaltige Lösung, wenn sie einen Ort weniger attraktiv und lebendig macht? Zukunftsfähige Gestaltung muss beides zusammenbringen. Festliche Beleuchtung soll Atmosphäre schaffen, darf aber nicht dazu führen, dass nachts unnötig Licht in die Umgebung abgestrahlt wird. Lichtverschmutzung kann natürliche Rhythmen verändern und sich auf Tiere und Pflanzen auswirken. Die Frage lautet deshalb nicht, ob festliche Beleuchtung möglich ist, sondern wie sie so geplant wird.

Genau darum geht es beim Festive Light Code, den MK Illumination gemeinsam mit der Landesumweltanwaltschaft Tirol entwickelt hat. Er zeigt, wie sich Lichtverschmutzung bei festlicher Beleuchtung reduzieren lässt – durch eine bewusste Planung von wo, wie, was und wie lange beleuchtet wird. Die Erfahrung aus entsprechenden Projekten zeigt: Das geht nicht auf Kosten der Ästhetik. Im Gegenteil. Wer Licht gezielter einsetzt, kann damit oft sogar eine stärkere Wirkung erzielen.

Nachhaltigkeit und Inszenierung müssen sich also nicht widersprechen. Das gilt für Lichtverschmutzung ebenso wie für Energieverbrauch, Lebensdauer und Wiederverwendung. Für Thomas Mark bedeutet Nachhaltigkeit deshalb auch, die eigene Arbeit immer wieder kritisch zu hinterfragen. Der erste VSME-Report von MK Illumination habe gezeigt, dass bereits viel erreicht worden sei, man aber noch nicht dort sei, wo man sein wolle. Gerade daraus seien neue Ideen und weitere Verbesserungen entstanden. Auch für Städte und Kommunen gewinnt dieser Anspruch an Bedeutung. Nachhaltigkeitskriterien spielen bei Ausschreibungen und Vergaben eine zunehmend größere Rolle, was Mark sehr begrüßt. 

Mission: nächste Generation

Eine Erkenntnis: Zukunftsfähige Orte entstehen nicht, indem möglichst viele neue Ideen nebeneinandergestellt werden. Entscheidend ist, die richtigen miteinander zu verbinden. Ein lebendiger Ort sollte Menschen Gründe liefern, zusammenzukommen. Ein sicherer Ort braucht Nutzung, gute Gestaltung und soziale Präsenz. Ein nachhaltiger Ort muss Ressourcen schonen und zugleich wirtschaftlich tragfähig bleiben. Und all das muss zu seiner Identität passen.

Die nächste Generation wird digitale Angebote als selbstverständlich betrachten. Umso wichtiger werden die Qualitäten, die sich nicht einfach digitalisieren lassen: ein guter Platz, eine unerwartete Begegnung, eine angenehme Atmosphäre, eine sichere Umgebung und das Gefühl, irgendwo wirklich gerne zu sein. Zukunftsfähige Orte sind nicht die, die am meisten können. Es sind die, die Menschen etwas bedeuten – und die gleichzeitig verantwortungsvoll mit dem Raum umgehen, den sie prägen. Das ist die eigentliche Mission: Orte zu schaffen, die lebendig bleiben, ohne ihre Identität zu verlieren; die sicher sind, ohne kontrolliert zu wirken; die nachhaltig funktionieren, ohne an Qualität einzubüßen. Orte, an denen die nächste Generation nicht nur einkaufen oder vorbeikommen möchte, sondern gerne sein will.

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