Events clever pushen

„Magic Sketch“ im LOOP5. © AD MISSION GmbH

Handel und Immobilien
Mission

Jan Spijkers

Die Zeiten, in denen Besucher durch statische Center-Ausstellungen schlenderten und nach wenigen Minuten weiterzogen, sind vorbei. Wer heute Frequenz erzeugen und die Verweildauer im Center wieder steigern möchte, muss echte interaktive Erlebnisse bieten. Dabei entwickelt sich Künstliche Intelligenz zunehmend vom Technologie-Hype zum wirkungsvollen Werkzeug für zeitgemäßes Entertainment im stationären Handel. Die spannende Nachricht für Centerbetreiber: KI ersetzt bestehende Eventkonzepte nicht. Sie macht sie einfach besser.

Die vergangenen Jahre waren von Unsicherheit geprägt. Wirtschaftliche Herausforderungen, die Pandemie, politische Krisen und digitale Reizüberflutung hinterlassen ihre Spuren. Gleichzeitig zeigt sich ein gegenläufiger Trend: Menschen suchen nach Ablenkung, positiven Erlebnissen und gemeinsamen Momenten. Ein Blick auf die Kinobranche macht dies deutlich. Trotz Streamingangeboten und Entertainment auf Abruf zieht es Millionen Menschen weiterhin ins Kino. Die deutschen Kinos zählten im ersten Halbjahr 2026 rund 47,5 Millionen verkaufte Tickets, was einem Plus von fast 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der Grund ist einfach: Es geht längst nicht mehr nur um den Film, sondern um das Erlebnis. Genau diese Entwicklung erleben auch Shopping Center.

Wer heute ein Center besucht, möchte mehr als einkaufen. Besucher suchen Inspiration, Unterhaltung und Aktivitäten, die sich mit Freunden oder der Familie teilen lassen. Die klassische Ausstellung erfüllt diese Bedürfnisse oft nur noch bedingt. Interaktive Konzepte hingegen schaffen emotionale Erlebnisse, die im Gedächtnis bleiben und gleichzeitig für hohe Social-Media-Reichweiten sorgen.

Faszination Interaktion

Die nächste Evolutionsstufe der Center-Events verbindet jetzt bewährte Themenwelten mit den Möglichkeiten moderner KI-Technologien. Ein gelungenes Beispiel liefert die erfolgreiche Knuddelmonster-Ausstellung der Centeragentur AD MISSION aus Darmstadt im Donaueinkaufszen­trum. Statt ausschließlich leblose, aber fantastisch gestaltete Figuren in Vitrinen zu präsentieren, entstehen vollkommen neue digitale Erlebniswelten, die Besucher aktiv einbeziehen. Das Prinzip ist einfach: Aus sonst reinen Betrachtern werden aktive Teilnehmer und Gestalter. Durch das Scannen eines einfachen QR-Codes erwachen die ausgestellten Knuddelmonster in der Vitrine scheinbar zum Leben. Diese einfache Mechanik führte innerhalb von zwei Wochen Laufzeit zu über 25.700 Scans und Interaktionen mit den 19 im Center verteilten Glas-Vitrinen durch die begeisterten Centerbesucher. Die Kunden möchten mittlerweile nicht nur sehen, sondern mitgestalten, ausprobieren und ihre eigenen Inhalte erschaffen. KI eröffnet hierfür völlig neue Möglichkeiten.

„Magic Sketch“ im LOOP5

Wie attraktiv solche neuen Konzepte, die bis dato oft nur Museen vorbehalten waren, weiterhin sein können, zeigt das innovative Projekt „Magic Sketch“ aus dem LOOP5 in Weiterstadt. Dort verwandelte AD MISSION mit seiner selbst entwickelten KI-Software im Zuge einer klassischen „SPACE“-Ausstellung die Zeichnungen der kleinen und großen Besucher innerhalb weniger Sekunden in eine vollständig animierte Projektion. Und das ganz ohne App oder andere Hilfsmittel, wie zum Beispiel ein stationärer Scanner. Die Zeichnungen werden dabei alle vollautomatisch auf verbotene Zeichen, Schriften oder Aussagen überprüft. Die Anzahl der Interaktionen und Teilnehmer spricht dabei für sich: 400 Teilnehmer pro Tag und in Spitzenzeiten über 80 aktivierte Scans pro Stunde. Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass KI nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern Besucher anzieht, aktiv in das Geschehen einbindet und Aufenthaltszeiten im Center massiv erhöht.

Kein Entertainment-Killer

Immer wieder wird diskutiert, ob künstliche Intelligenz kreativen Konzepten ihren Zauber nimmt. Die Realität in den Centern zeigt jetzt das Gegenteil. KI ersetzt weder Show-Acts, Themenausstellungen noch klassische Familienevents. Vielmehr bietet sie innovativen Anbietern wie AD MISSION die Möglichkeit, bestehende Konzepte um eine zusätzliche, interaktive Erlebnisdimensionen zu erweitern. Eine Dinosaurier-Ausstellung wird spannender, wenn Kinder ihre eigenen Dinos erschaffen können. Eine Knuddelmonster-Welt wird emotionaler, wenn Besucher die Monster zum Leben erwecken können. Eine Malaktion wird begeisternder, wenn aus einer Kinderzeichnung innerhalb weniger Sekunden eine mit echtem Feuerschweif fliegende Rakete entsteht. Aber die Technologie steht dabei nie im Vordergrund. Im Mittelpunkt bleiben die Centerbesucher und ihr positives Erlebnis.

Hybride Erlebniswelten

Die erfolgreichsten Centerevents der kommenden Jahre werden analoge und digitale Elemente miteinander verschmelzen. Menschen lieben weiterhin reale Erlebnisse, und durch eine Flut von KI-gestalteten-Welten bekommen sie bereits jetzt wieder einen höheren Stellenwert. Sie möchten gemeinsam mit ihren Kindern und Freunden lachen, staunen und entdecken. Gleichzeitig sind sie daran gewöhnt, Inhalte individuell zu gestalten und digital zu teilen. Genau hier liegt die Stärke dieser modernen KI-Eventkonzepte.

Spannendes Werkzeug

Centerevents 2.0 stehen nicht für die Ablösung bewährter Konzepte. Sie stehen für deren intelligente Weiterentwicklung. Künstliche Intelligenz bietet Shopping Centern die Möglichkeit, bestehende Themenwelten neu aufzuladen, Besucher stärker einzubinden und emotionale Erlebnisse zu schaffen, die weit über den eigentlichen Centerbesuch hinaus wirken. Wer heute Frequenz erzeugen möchte, kommt an interaktiven Formaten kaum noch vorbei. Denn die Menschen suchen gerade jetzt nach positiven Erlebnissen. KI liefert dafür nicht die Antwort auf alles. Aber sie ist eines der spannendsten Werkzeuge, um genau diese zeitgemäßen Erlebnisse zu schaffen.

 

Ein Gastbeitrag von
Jan Spijkers,
Geschäftsführender Gesellschafter der
Event- und Marketingagentur AD MISSION