Fakten zu Gewaltkriminalität

Polizist in Schweden
Polizist im Zentrum von Malmoe, Schweden. © Emmoth – stock.adobe.com

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Susanne Müller

Eine aktuelle schwedische Langzeitstudie zeigt, dass schwere Gewaltkriminalität in hohem Maße auf eine sehr kleine Tätergruppe konzentriert ist. Die Untersuchung, die Daten von rund 2,4 Millionen zwischen 1958 und 1980 geborenen Schweden auswertete, kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich ein Prozent der Bevölkerung für mehr als 63 Prozent aller Verurteilungen wegen Gewaltverbrechen verantwortlich war.

Insgesamt wurden 3,9 Prozent der untersuchten Personen mindestens einmal wegen eines Gewaltverbrechens verurteilt. Besonders auffällig: Die Gruppe der so genannten persistenten Gewalttäter – Personen mit drei oder mehr Verurteilungen – umfasste nur rund 24.000 Menschen, verursachte jedoch den Großteil aller registrierten Gewaltdelikte.

Mehrere Faktoren

Die Forscher identifizierten mehrere Faktoren, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für wiederholte Gewaltkriminalität verbunden sind. Dazu zählen insbesondere ein früher Einstieg in gewalttätiges Verhalten vor dem 19. Lebensjahr, Persönlichkeitsstörungen, Substanzmissbrauch, Drogendelikte sowie weitere nicht gewalttätige Straftaten. Männer waren deutlich häufiger in der Gruppe der persistenten Gewalttäter vertreten als Frauen.

Prävention möglich

Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung früher Präventions- und Interventionsmaßnahmen. Nach Einschätzung der Autoren könnten gezielte Unterstützungsangebote für besonders gefährdete Personengruppen einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Gewaltkriminalität leisten. Die Studie liefert damit wertvolle Erkenntnisse für Politik, Justiz und Gesellschaft über die Ursachen und Präventionsmöglichkeiten schwerer Gewaltstraftaten.


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Susanne Müller