Ganzheitliche Steuerung

Filial-Footprint als Schlüssel zur ganzheitlichen Steuerung von Immobilien, Performance und ESG. © M&L AG / innoforum GmbH

Handel und Immobilien
Mission

Matthias Maurer und Rainer Möhr

In der heutigen Handelslandschaft sind Daten allgegenwärtig. Doch die reine Verfügbarkeit von Informationen löst keine Steuerungsprobleme. Im Gegenteil: Viele Unternehmen verharren in einer Datenflut ohne strategischen Mehrwert. Für Filialisten, Immobilienunternehmen und Investoren ist die entscheidende Frage heute nicht mehr, ob Daten 
vorliegen, sondern wie sie in eine konsistente, strategische Entscheidungslogik überführt werden können.

Der Markt verlangt nach Transparenz, Geschwindigkeit und einer ganzheitlichen Betrachtung von Performance, Standort und Nachhaltigkeit. Der Schlüssel liegt in der Schaffung eines ganzheitlichen „Filial-Footprints“, der die wirtschaftliche Gesamtwirkung eines Standorts sichtbar macht – weit über reine Umsatzkennzahlen hinaus. In diesem Beitrag erläutern wir, wie die M&L AG eine neue Architektur der Standortsteuerung etabliert und wie die Integration von Digital-Signage-Lösungen der innoforum GmbH diese Steuerung nun um eine wichtige Dimension erweitert.

Strategischer Steuerungspartner

Die Steuerung großer Filialnetze verlangt mehr als einzelne IT-Systeme oder isolierte Datenanalysen – sie verlangt strategische Weitsicht. Unsere Kompetenz liegt in der Übersetzung fragmentierter Datenbestände in wirksame Management-Entscheidungen. Technologie entfaltet ihren Wert erst in einer klaren Prozesslogik.  

Hinter unserer aktuellen Lösung steht ein tiefes Verständnis retail-spezifischer Prozesse, das auf langjährig gewachsener Retail- und Standortmanagement-Kompetenz der M&L AG basiert, konsolidiert in unserem M&L Retail Management System (RMS). Wir haben die zentralen Prinzipien dieses Systems – insbesondere die Verknüpfung von Performance-, Standort- und ESG-Dimensionen – in eine fokussierte, skalierbare Lösung überführt – den M&L Smart Footprint Mapper.

Ziel ist die Schaffung einer integrierten Steuerungsarchitektur. Ein Filialnetz ist kein Nebeneinander isolierter Standorte, sondern ein strategisches Portfolio. Maßnahmen entfalten ihre Wirkung nicht isoliert, sondern immer im Zusammenspiel mit dem gesamten Netzwerk. Genau an dieser Stelle setzen wir an. Wir schaffen die Grundlage dafür, dass Entscheider nicht nur rückwärtsgewandt Berichte lesen, sondern das Netzwerk aktiv und zukunftsorientiert steuern können.

Architektur der Entscheidung

Die Komplexität moderner Filialnetze erfordert eine integrierte Betrachtungsweise. In der operativen Realität bleiben wirtschaftliche Zusammenhänge oft unsichtbar, weil die relevanten Dimensionen getrennt betrachtet werden. Standortmanager schauen auf Miete und Lage, Vertriebsleiter auf den Umsatz und die Nachhaltigkeitsabteilung auf den CO2-Fußabdruck. Diese Silos führen zu fragmentierten Entscheidungen, die kurzfristige Optimierungen begünstigen, aber langfristige Wertsteigerung behindern.

Der M&L Smart Footprint Mapper überwindet diese Trennung durch drei Merkmale, die eine ganzheitliche Abbildung des Portfolio-Status ermöglichen.

Wir betrachten einen Standort nicht nur anhand wirtschaftlicher Kennzahlen, sondern erstellen ein vollständiges Wirkungsbild auf Basis von drei Säulen: wirtschaftliche Performance, zum Beispiel Umsatz und Mietkosten, Standort- und Marktpräsenz, zum Beispiel Lagequalität, Frequenz, Wettbewerbsumfeld und Flächenstruktur, sowie ESG-Dimensionen wie Energieverbrauch, soziale Verantwortung und Unternehmensführung.

Nur ihr Zusammenspiel beschreibt den tatsächlichen Standortwert und ermöglicht eine priorisierte Portfolioführung nach wirtschaftlicher und strategischer Relevanz. Ein Standort generiert unter Umständen aktuell schwächere Umsätze, zeigt aber durch exzellente Lagequalität und gute ESG-Performance ein hohes strategisches Potenzial. Nur wer diese Zusammenhänge sieht, kann fundiert entscheiden, ob investiert, optimiert oder geschlossen werden muss.

Nahtlose Konnektivität 

Eine Steuerungslösung ist nur so gut wie die Qualität und Aktualität ihrer Daten. Filialisten und Immobilienunternehmen wollen keine weiteren Datensilos, sondern eine Anbindung an bestehende IT-Landschaften. Der M&L Smart Footprint Mapper zeichnet sich durch hohe Konnektivität aus und kann nahtlos an bestehende ERP-Systeme angebunden werden. Die Daten werden automatisiert in unsere Standortlogik überführt. Der Aufwand für Konsolidierung und Datenbereinigung wird dadurch reduziert und die Handlungsfähigkeit beschleunigt.  

Oft scheitert die ESG-Integration an der aufwändigen manuellen Datenerfassung. Hier schließt der M&L Smart Footprint Mapper die Lücke. Durch den Einsatz von IoT-Gateways werden Verbrauchsdaten automatisch übertragen. Dies reduziert manuelle Fehlerquellen und stellt sicher, dass die ESG-Dimension im Footprint-Modell auf einer belastbaren, aktuellen Datenbasis beruht. Dies ist ein entscheidender Faktor, um Compliance-Anforderungen zu erfüllen und die operative Effizienz der Mietobjekte nachweisbar zu steigern.

Die operative Brücke

Die strategische Steuerung des Filialnetzes ist die Grundlage, doch wie übersetzt man diese Strategie in die operative Realität? Genau hier knüpft die Erweiterung des M&L Smart Footprint Mapper an, die wir in enger Zusammenarbeit mit der innoforum GmbH in einem neuen Modul bereitgestellt haben – die Signage-Steuerung.

Die innoforum GmbH ist spezialisiert auf hochwertige Digital-Signage-Lösungen mit digital ansteuerbaren Anzeigesystemen aller Art bis hin zu holografischen 3D-Displays oder umweltschonenden ePapern, die für Aufmerksamkeit und Conversion sorgen. Diese Technologien dienen der dynamischen Anzeige von Inhalten – zur Unterstützung bei der Suche nach Produkten, Shops und Serviceangeboten, auf Wegeleitungen auch mittels KI-Avataren, zur Anzeige von Preistafeln oder zur einfachen Ausstrahlung von In-Store-Werbung und aktuellen Angeboten. Außerdem liefert die innoforum GmbH über optionale Präsenzmelder wichtige Daten über Bewegungen und Reaktionen im Bereich der Monitore.

Die Integration der Signage-Steuerung in den M&L Smart Footprint Mapper schafft nun die Verknüpfung von strategischer Marktpositionierung und operativer In-Store-Umsetzung – ein strategischer Hebel, der Daten in zielgruppengerechte Erlebnisse übersetzt und deren Erfolg messbar macht.

Während der M&L Smart Footprint Mapper den Filial-Footprint eines Standorts abbildet – also das ganzheitliche Wirkungsbild im Filial-Portfolio – setzt die Signage-Steuerung die daraus abgeleiteten Maßnahmen datenbasiert und strategiekonform in die Kundenkommunikation um.

Ressourcenallokation: Durch die Korrelation von Signage-Daten mit den Performance-Kennzahlen des M&L Smart Footprint Mapper wird messbar, welche Marketing-Investitionen den höchsten ROI generieren. Das System zeigt nicht nur den aktuellen Content an, sondern macht die Wirkung dieser Maßnahmen im Zusammenhang mit den Performance-Kennzahlen sichtbar und schafft die Basis für die Anpassung dieser Maßnahmen.

Strategische Positionierung: Ein Standort, der auf Basis des M&L Smart Footprint Mapper als Zielort für „Premium-Kunden“ identifiziert wurde, kann durch innovative Hardware und Premium-Content gezielt diese Image-Wahrnehmung stärken.

Damit entsteht ein geschlossener Kreislauf von der Standortpositionierung bis zur In-Store-Kommunikation.  

Drei Wirkungsebenen

Die Herausforderungen im Handel und in der Immobilienwirtschaft sind zu komplex für isolierte Lösungen. Die Kombination aus M&L Smart Footprint Mapper und der Signage-Steuerung der innoforum GmbH adressiert genau diese Anforderungen an eine integrierte Lösung. Die Verknüpfung von strategischer Portfolioführung und operativer Kundenansprache entfaltet im Filialportfolio drei zentrale Wirkungsebenen. 

Stabilität & Handlungsfähigkeit: Eine verbindliche Entscheidungsgrundlage entsteht durch netzweit vergleichbare Kennzahlen und klare Verantwortlichkeiten. Entscheidungen basieren damit auf Fakten statt auf Bauchgefühl.

Skalierbares Wachstum: Investitionen und Portfolioentwicklung werden strategisch priorisierbar. Die Ableitung von Expansionsschritten und Kapitalallokation erfolgt evidenzbasiert entlang des tatsächlichen wirtschaftlichen Hebels.

Umsetzungskraft: Entscheidungszyklen werden verkürzt, da funktionsgetriebene Abstimmungen entfallen. Höhere Effizienz durch nahtlose ERP-Anbindung sowie größere Agilität durch datenbasierte Marketing-Optimierung stellen sicher, dass strategische Vorgaben operativ schnell umgesetzt werden. Strategie und operative Maßnahmen sind nahtlos verzahnt.

Technologie ist das Mittel, wirksame Steuerung ist das Ziel – für Unternehmen, die das Potenzial ihrer Standorte und Filialnetze systematisch erschließen wollen.


Ein Gastbeitrag von
Matthias Maurer
Gründer und Vorstand
M&L AG

Rainer Möhr
Gründer und Geschäftsführer
innoforum GmbH