KLARTEXT 2025: Taschenkrebs trifft Jogginghose

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Berlin, China Club, Dachterrasse: Der German Council Congress 2025 startete stilvoll – und mit einer ordentlichen Portion humorvollem Unterton. GCSP-Vorstand Ulrich Schmitz begrüßte die Gäste, dankte dem Vorabendpartner WISAG und dem Hausherrn – und powerte dann los.
„Der Handel in Deutschland bewegt sich wie ein Taschenkrebs – vorsichtig seitwärts, statt mutig nach vorn. Gründe? Innenstädte, die Autofahrer mit Gebühren vergraulen. Sicherheitsdebatten, die Shopping zum Risiko erklären. Und eine Bürokratie, die länger braucht als jede Lieferkette.“
Dazu die Paketflut aus Fernost: Jeden Tag landen Millionen Sendungen von Temu und Shein in Europa – „Produkte, die unsere Standards unterlaufen und unsere Umwelt belasten, aber unsere Läden im Preis erdrücken.“ Fairer Wettbewerb? „Sieht anders aus.“
Gleichzeitig zeigt der Blick aufs Sofa: Die größten Umsätze machen Kunden sonntags in Jogginghose – oder montags bei Erotikartikeln. „Warum die gerade dann? Keine Ahnung – aber spannend ist es schon“, schmunzelte Ulrich Schmitz.
Lichtblicke? Omnichannel-Champions wie Thalia, die Amazon im Buchgeschäft überholt haben, oder die Erkenntnis, dass stationärer Handel mit Beratung, Atmosphäre und Ideen punkten kann. „Der Taschenkrebs kann auch vorwärts – und dann mit vollen Taschen.“
Sein Fazit: Weniger Bürokratie, mehr Mut – und Handel als Brückenbauer. „Ohne Gewürze, Felle oder Weine aus aller Welt hätten unsere Vorfahren ziemlich fad gelebt. Handel verbindet Kulturen – und schafft Frieden.“
Damit war der Ton für die kommenden Tage gesetzt: kritisch, humorvoll – und mit einem klaren Seitenblick auf die Wirklichkeit zwischen Marktplatz und Mausklick.
Redaktion