Ladendiebe sind zurück in den Städten

Die Polizei hat sich wieder vermehrt mit Ladendieben zu beschäftigen. © Pixabay / 4711018

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Sowohl aktuelle Zahlen des EHI Retail Institutes als auch die Daten der polizeilichen Kriminalstatistik zeigen einen deutlichen Anstieg bei der Zahl der Ladendiebstähle in Deutschland. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert deshalb klare und spürbare Konsequenzen für Ladendiebe.

„Ladendiebstahl ist keine Kleinigkeit, sondern ein ernstzunehmendes Vermögensdelikt. Jahr für Jahr erleidet der Einzelhandel in Deutschland auf diese Art Verluste in Milliardenhöhe. Da darf es keine Bagatellisierung oder falsch verstandene Toleranz geben“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der HDE geht davon aus, dass die Dunkelziffer beim Ladendiebstahl bei bis zu 90 Prozent liegt. Denn eine Vielzahl der Delikte wird erst gar nicht bei der Polizei angezeigt. Viele Händlerinnen und Händler haben die Erfahrung gemacht, dass die angezeigten Ladendiebe meist ohne größere Konsequenzen davonkommen. In der Folge unterbleibt häufig die Anzeige. „Wir brauchen eine konsequentere Sanktionierung des Ladendiebstahls. Hier geht es um das Eigentum von Unternehmen“, so Genth weiter.

Inflation wohl nicht schuld

Der zuletzt in der polizeilichen Kriminalstatistik festzustellende enorme Anstieg der angezeigten Ladendiebstähle dürfte allerdings mit der Corona-Pandemie zusammenhängen. Denn während der Lockdowns und in Zeiten von weniger Kundenfrequenz hatten es Ladendiebe deutlich schwerer. Deshalb sieht man im Vergleich des Jahres 2022 mit dem Vorjahr einen deutlichen Anstieg der Diebstahlsanzeigen im Einzelhandel. Für den manchmal vermuteten Zusammenhang zwischen aufgrund der Inflation steigenden Preisen und einem Anstieg bei den Ladendiebstählen gibt es dagegen keine Anhaltspunkte.

Inventurverluste aufgeschlüsselt

Im Vergleich zum Jahr 2021 sind laut EHI-Studie „Inventurdifferenzen 2023“ die Inventurverluste im zurückliegenden Jahr 2022 von 4,1 auf 4,6 Milliarden Euro gestiegen, was einer Zunahme von zwölf Prozent entspricht. Ein großer Teil davon ist inflationsbedingt entstanden. Zudem ist zu berücksichtigen, dass der stationäre Umsatz von 430 auf 465 Milliarden Euro gestiegen ist. Die Inventurdifferenzen setzen sich nach Expertenschätzungen aus Diebstahl durch die Kundschaft (2,44 Milliarden Euro), durch Beschäftigte (920 Millionen Euro), Servicekräfte und Liefernde (370 Millionen Euro) sowie organisatorischen Mängeln (870 Millionen Euro) zusammen. Der Verlustanteil durch Diebstahl legt um 15 Prozent auf insgesamt 3,73 Milliarden Euro zu. Statistisch gesehen entfällt damit auf jeden Bundesbürger jährlich ein Warenwert von 30 Euro, der nicht bezahlt wird. Bezogen auf den Einkauf bleibt damit etwa jeder 200. Einkaufswagen im Handel unbezahlt.