Le Big TamTam – Gastro-Tempel mit Herzblut

Das Hamburger Hanseviertel
Das Hamburger Hanseviertel © CBRE Global Investors

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Susanne Müller

Le Big TamTam – schon allein der Name zergeht förmlich auf der Zunge und macht mächtig Lust auf Party. Der Food-Markt, den Tellerrand Consulting gemeinsam mit CBRE Investment Management für das Hamburger Hanseviertel entwickelt, wird „sehr bunt, sehr laut und sehr krawallig“.

So sagt jedenfalls Tim Mayer, Head of Retail bei CBRE Investment Management Germany GmbH und demzufolge Hausherr im Hanseviertel. Federführend für den neuartigen Food-Markt, der auf knapp 2000 Quadratmetern Fläche für Furore sorgen soll, ist Patrick Rüther, Multi-Konzept-Betreiber und ein echter Hamburger Junge. Sich selbst nennt er einen Gastromaniac, und jetzt möchte er in der altehrwürdigen Hansestadt eine Lanze für lokale Gastronomen brechen. Ohne das neuartige Format von Le Big TamTam wären die nämlich nie zusammengekommen. Und so macht er sich als Vermittler zwischen dem Vermieter und den zukünftigen Mietern verdient.

Gastro und Bürokram? Passt nicht!

„In den Food Courts der Shopping Center treten immer weniger Individualgastronomen auf und immer mehr System-Player“, erklärt Rüther. „Ich bin da eher für ein ausgewogenes Verhältnis.“ Woher kommt dieses Leck an individuellen Restaurants? Wer mit Herzblut und Leidenschaft koche, sei halt kein Profi für juristische Spitzfindigkeiten – und habe auch gar keine Zeit, darüber zu brüten, meint Patrick Rüther. „Teilweise sind die Vertragswerke sehr umfangreich und nicht auf Gastronomen zugeschnitten. Hier wollen wir helfen.“ Sein abgeschlossenes Jura-Studium passt da gut ins Bild – und ebenso der Umstand, dass er profunde Gastro-Erfahrung mit Konzepten wie „Altes Mädchen“ und der „Bullerei“ gesammelt hat.

Alles schon fix und fertig

Im Le Big TamTam brauchen sich die Gastronomen um lästige Nebensächlichkeiten nicht zu kümmern. Unter einer Dachmarke finden sie optimale Bedingungen vor. Architektur, Design, Organisation – alles ist fix und fertig ausbaldowert. Die CBRE hat eine Sockelmiete geschaffen sowie die gesamte Ausstattung gestellt, bislang wohl ein einzigartiges Prozedere in Deutschland. Auch Kellner stehen dann Gewehr bei Fuß, Einstellungsgespräche sind hinfällig. Zudem wird eigens ein Manager angeheuert. Eine gemeinsame Barbetreibergesellschaft gewährleistet, dass die Gastronomen selbst am Ausschank verdienen – und nicht der Center-Inhaber. „Wie gehen als Investor bewusst diesen ungewöhnlichen Weg, um die besten lokalen Gastronomen von unserem Konzept zu überzeugen und ein ganz besonderes Erlebnis für die Besucherinnen und Besucher des Hanseviertels zu schaffen“, sagt Tim Mayer, Einzelhandelsverantwortlicher bei CBRE Investment Management.

Schmierstoff der Gesellschaft

So lenkt nichts die coolen Szene-Gastronomen Hamburgs von ihrer Kernkompetenz ab – das Kreieren und Zubereiten wundervoller Speisen. „Fast jeder kann heute alles nach Hause bestellen. Und Leute satt machen kann auch die Systemgastronomie“, meint Rüther. „Aber wo bleibt dabei unsere Kultur, das soziale Netz von Interaktionen – all die Stammtische zum Beispiel oder die Kleinkunst? Das ist der identitätsstiftende Schmierstoff, der die Gesellschaft zusammenhält. Und leider ist viel davon verloren gegangen. Wir wollen das ändern.“

Wirte-WG funktioniert schon

Sechs Szene-Restaurants haben ihre Teilnahme zugesagt, die anderenfalls wohl eher in der Innenstadt eröffnet hätten statt in einem Food Court. Überzeugt hat sie letztendlich, dass sie im Hanseviertel völlig sorglos agieren können.  „Die kennen und mögen sich inzwischen alle“, schwärmt Patrick Rüther. „Man kann wohl sagen, schon vor der Eröffnung sind sie zu einer herzlichen Wohngemeinschaft verwachsen. Und dieser Spirit soll sich auch auf die Gäste übertragen.“

Eröffnen soll Le Big TamTam im ersten Quartal 2023. Zum Projekt gehören auch eine Bühne, ein Urban Garden und weitere spannende Attraktionen.

Susanne Müller