Online-Versandhandel kann im Weihnachtsgeschäft nicht punkten

Der Online-Versandhandel muss im Weihnachtsgeschäft Einbußen hinnehmen. © Unsplash / John Schnobrich

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Das Vorweihnachtsgeschäft der Online-Versandhändler ist nach Angaben des Bundesverbandes für E-Commerce und Versandhandel (bevh) bisher deutlich schlechter gelaufen als im Vorjahr. Im Oktober und November – inklusive Black Friday - ging der Umsatz der Branche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,8 Prozent zurück.

Der direkte Vergleich mit 2021 zeigt, dass die Mode-Branche am härtesten vom schwachen Weihnachtsgeschäft betroffen ist. Die Umsätze im Oktober und November lagen wieder auf dem Niveau des Weihnachtsgeschäfts von 2019 – ein Zeichen, dass die Händler außer im Luxussegment derzeit kaum Preiserhöhungen durchsetzen können. Andere Warencluster zeigen sich bislang widerstandsfähiger: Trotz des Minus im bisherigen Weihnachtsgeschäft sind die Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Drogerie und Tierbedarf das einzige Segment, das aufgelaufen gegenüber dem Gesamtjahr 2021 noch Wachstum realisieren kann. Die Umsätze mit Haushaltswaren und -geräten entwickelten sich mit +2,9 Prozent ebenfalls stabil. Möbel, Lampen und Dekowaren (-9,1 Prozent) sowie Heimtextilien (-5,8 Prozent) verloren deutlich weniger als der Gesamtmarkt.

Hoffnungen nicht bewahrheitet

„Etwaige Hoffnungen auf das Weihnachtsgeschäft können sich nicht bewahrheiten. Auch deshalb werden wir für das Gesamtjahr ein Minus im Online-Versandhandel verzeichnen. Die Branche kann der doppelten Belastung aus einem durch den Corona-Lockdown besonders starken Vorjahresumsatz und der allgemeinen Konsumflaute wenig entgegensetzen. Insbesondere Bekleidung und Unterhaltungselektronik brechen ein, obwohl letztere normalerweise eine starke Warenkategorie in der Cyberweek und dem Weihnachtsquartal ist“, sagt Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim bevh.

Marktplätze resistent, Multichannel bricht ein

Auffällig ist der Absturz der Multichannel-Händler, also der stationären Anbieter mit Online-Geschäft, mit Blick auf die Umsätze gegenüber Weihnachten 2021. Sie haben nichts von den Zuwächsen aus 2020 oder 2021 retten können und sogar gegenüber dem Vor-Corona-Niveau von 2019 verloren. Anders sieht es bei den D2C-Vermarktern aus. Sie haben gegenüber dem Weihnachtsgeschäft 2021 zwar ebenfalls verloren, laufen gegenüber 2019 aber mit einem Plus von fast 85 Prozent nominal auf eine Verdoppelung des Umsatzes zu.

Mehrheit der Händler pessimistisch

Zwischen Oktober und November hat der bevh das aktuelle Stimmungsbild seiner Mitglieder, die rund 90 Prozent des Umsatzes im B2C-Geschäft repräsentieren, in einer Stichprobe erhoben. Das Bild ist sehr zweigeteilt und zeigt, wie unterschiedlich die Händler die steigenden Preise weitergeben können. Nach ihrer aktuellen Geschäftslage gefragt, rechneten 34,8 Prozent derzeit mit niedrigeren Umsätzen und 17,4 Prozent sogar mit deutlich niedrigeren Umsätzen. Höhere Umsätze erwarteten 24,6 Prozent und deutlich höhere Umsätze 4,4 Prozent. 18,8 Prozent der Befragten in der Stichprobe erwarten hingegen keine Veränderungen. Gefragt nach den drei größten Belastungen für das eigene Geschäft – Mehrfachnennungen waren möglich - verwiesen 74,3 Prozent der Befragten in der Stichprobe auf die Verunsicherung der Verbraucher, 64,3 Prozent auf steigende Kosten im Einkauf und 50,0 Prozent auf steigende Kosten für Verpackungen oder Logistik.