Raus aufs Land: Stadtflucht wird immer reizvoller

Immer mehr Menschen zieht’s in den ländlichen Raum. © Pixabay / Leonhard Niederwimmer

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Eine aktuelle repräsentative Umfrage von Innofact im Auftrag von ImmoScout24 zeigt, dass es die Mehrheit der Deutschen aus der Stadt hinaus aufs Land zieht. 57 Prozent der Befragten haben bereits darüber nachgedacht. In der Altersgruppe 30 bis 39 Jahre ist der Anteil mit 65 Prozent am höchsten.

Für zwei Drittel der Deutschen sprechen Ruhe, Nähe zur Natur und ein eigener Garten für den Umzug in eine ländlichere Region. Für 54 Prozent sind es die günstigeren Wohnkosten. Mehr als die Hälfte der Befragten ist bereit, für den Umzug aufs Land längere Fahrtwege und Pendelstrecken zur Arbeit in Kauf zu nehmen. Bei der bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 1006 Menschen zeigt sich: Der Wunsch ist bei Männern (62 Prozent) deutlich ausgeprägter als bei Frauen (53 Prozent).

Rolle des Deutschland-Tickets

„Seit der Corona-Pandemie beobachten wir auf unserer Plattform, dass die Nachfrage nach Wohnraum sowohl im Umland der Metropolen als auch im weiteren ländlichen Raum anzieht. Neben mehr Ruhe und Nähe zur Natur spielen die günstigeren Wohnkosten eine wichtige Rolle bei dieser Abwägung. Immer mehr Menschen sind gezwungen, ihren Suchradius zu erweitern und die Metropolen zu verlassen“, erklärt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24. „Das Deutschland-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr bietet für viele die Möglichkeit, kostengünstiger als bisher zur Arbeit in die Stadt zu pendeln.“

Günstigere Wohnkosten

Für den Umzug aufs Land spricht für zwei Drittel der Befragten der Zugewinn an Ruhe. Für knapp zwei Drittel (64 Prozent) ist die Nähe zur Natur und für 61 Prozent die Möglichkeit, einen Garten zu haben, ansprechend. Darüber hinaus spielen die günstigeren Wohnkosten bei jedem zweiten eine wichtige Rolle bei der Abwägung. Während im Durchschnitt der sieben größten Metropolen Deutschlands die Angebotsmiete für eine Bestandswohnung bei 13,51 Euro pro Quadratmeter liegt, so fällt sie im deutschlandweiten Durchschnitt mit 8,01 Euro deutlich günstiger aus.  Auf 70 Quadratmeter gerechnet, ergibt sich ein Preisunterschied von 385 Euro pro Monat. Gesündere Umweltbedingungen, zum Beispiel weniger Autoabgase, nennen 41 Prozent der Befragten als Argument für den Umzug aufs Land.

Nachteile werden akzeptiert

Wer die Vorteile des Landlebens genießen möchte, nimmt dafür oftmals einige Nachteile in Kauf. Dazu sind 90 Prozent der Befragten bereit. Längere Fahrtwege und Pendelstrecken zur Arbeit würden 57 Prozent akzeptieren. Weniger Einkaufmöglichkeiten und ein geringeres kulturelles Angebot wie Kino, Museen und Opern sind für knapp die Hälfte der Befragten akzeptabel. Auf Mehrarbeit in der Immobilie beziehungsweise dem Garten würden sich 31 Prozent einlassen. Der Abschied von alten sozialen Bindungen wie den Freunden und Nachbarn im bisherigen Wohnort kommt für 29 Prozent infrage.