Schlaues Leerstandsmanagement: Begehbarer Online-Shop aufHaus

Handel und Immobilien
Abends nach dem Restaurantbesuch auf Shopping-Tour gehen oder sonntags in aller Ruhe einkaufen: Ein ungewöhnliches Projekt macht’s möglich. Das aufHaus im münsterländischen Ahaus beseitigt nicht nur einen unschönen Leerstand, sondern bietet auch ein echtes Shopping-Erlebnis.
Nach der Schließung eines alteingesessenen, dreistöckigen Modehauses – ein Ankerbetrieb - sorgten sich die Bürger um die Attraktivität der Innenstadt. Doch die ortsansässige Firma Tobit.Labs hatte ein Rezept parat und entwickelte das Konzept einer begehbaren Online-Plattform. „Das aufHaus soll Menschen in die Stadt ziehen, zu Zeiten, in denen sie bislang zuhause auf dem Sofa sitzen und online shoppen. Dann, wenn der typische Einzelhändler längst geschlossen hat. Es hat immer dann geöffnet, wenn die Menschen Zeit haben. An sieben Tagen in der Woche, an 365 Tagen im Jahr“, so Tobit.Labs.
Hier geht‘s um Inspiration
Der Clou: Das aufHaus dient als Plattform für die unterschiedlichsten Anbieter, die dort Waren ausstellen und verkaufen können. Die Produkte stammen von vielen Einzelhändlern aus der Innenstadt oder von Flächenmärkten am Stadtrand, von Herstellern und Produzenten aus der Nähe – und sogar von Privatpersonen. Das alles außerhalb normaler Öffnungszeiten: Besucher flanieren also auch in den Abendstunden oder an Sonn- und Feiertagen durch die Räumlichkeiten. „Hier geht‘s nicht primär ums Kaufen. Sondern um Inspiration, das Sammeln von Ideen, die Suche nach Anregungen. Den Zeitvertreib in einer Umgebung voller Sachen. Kaufen kann man auch – wenn man möchte“, beschreibt Tobit.Labs das Konzept.
Einlass funktioniert rein digital
Wichtigster Punkt zur Realisierung ist die Digitalisierung. Denn anders als im alltäglichen Geschäft benötigt das aufHaus kein Personal zur Abwicklung von Käufen, und auch der Einlass funktioniert rein digital. Zugang, Kaufprozess sowie das Einstellen von Produkten erfolgen über eine kostenfreie Plattform, die über Tobit.Labs zur Verfügung gestellt wird. Somit benötigen Besucher lediglich ein Smartphone, mit dem sie sich über eine ID anmelden. Die Käufe werden über das Scannen von QR-Codes getätigt und anschließend im Warenkorb bestätigt und online bezahlt. Händler müssen sich einmalig registrieren und können dann ihre Artikel über die Plattform anlegen. Zu bestimmten Zeiten stehen Mitarbeiter bereit, die Fragen beantworten und für die Abwicklung der Warenannahme und das Einräumen zuständig sind.