Seit Beginn des Ukraine-Kriegs agieren Investoren vorsichtig

News-Kategorien
Handel und Immobilien
Das internationale Immobiliendienstleistungsunternehmen Savills hat in einem aktuellen Market in Minutes die April-Zahlen für den Investmentmarkt im Wohn- und Gewerbeimmobilienmarkt näher betrachtet. Das Fazit: Die Investoren agieren weiterhin zurückhaltend. Insgesamt wurden knapp 3,4 Milliarden Euro umgesetzt und damit so wenig wie seit Juli 2020 nicht mehr.
Seit Beginn der Invasion Russlands in der Ukraine beobachtet das Unternehmen, dass Investoren mit Verweis auf das eingetrübte und unsichere Umfeld vorsichtiger agieren. Die April-Zahlen würden diesen Eindruck untermauern. Noch auffälliger sei die niedrige Zahl an Transaktionen. „Im April haben wir ein Viertel weniger Transaktionen als im März und den niedrigsten Wert seit August 2014 registriert“, so das Unternehmen.
Investoren agieren trotz Anlagedrucks zurückhaltend
Starke monatliche Schwankungen von Volumen und Transaktionszahl seien nichts Ungewöhnliches und Rückgänge im April durchaus die Regel. „Die Entwicklung passt aber zu unserem Eindruck aus Investorengesprächen und laufenden Transaktionsprozessen“, heißt es in einer Pressmeldung. Die gestiegenen Zinsen sowie die Risiken, die aus dem Ukraine-Konflikt resultieren, wiegen offenbar so schwer, dass die Investoren trotz weiterhin bestehenden Anlagedrucks zurückhaltender agieren.
Unverändert dynamisch zeigt sich, laut Analyse, das Industrie-/Logistikimmobiliensegment. Hier scheint der fundamentale Rahmen aus Sicht der Investoren weiterhin über jeden Zweifel erhaben zu sein. Die Zahl der Transaktionen ist im April gegenüber dem Vormonat gestiegen. Ähnliches gilt wohl auch für weitere Segmente, etwa jenes der Gesundheitsimmobilien. Allerdings ist in solchen Nischen die Zahl der Transaktionen so gering, dass monatliche Veränderungen nicht sinnvoll interpretiert werden können.
Phase des Abwartens und Nachjustierens
„Insgesamt deuten wir die zuletzt geringere Transaktionsaktivität bislang als eine vorübergehende Phase des Abwartens und Nachjustierens“, so das Unternehmen. Für einzelne Subsegmente, etwa für Transaktionen mit typischerweise hoher Fremdkapitalfinanzierung, hätten sich die Rahmenbedingungen allerdings durchaus strukturell und längerfristig verändert. Die kommenden Monate werden mehr Aufschluss darüber geben, welche Folgen das für den Investmentmarkt insgesamt haben wird.