Unterstützung beim Stadtumbau

Kaufhaus Mainzer
Heppenheim Kaufhaus Mainzer © Steffen Diemer / NHW

Handel und Immobilien
Optimismus

Susanne Müller

Wohnungsbau mit sozialem Fokus ist Kernkompetenz der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW). Gleich in mehreren Projekten bildet Wohnen eine Symbiose mit anderen Nutzungsarten, darunter Einzelhandel und Gastronomie. Mit ihrer erfahrenen Stadtentwicklungsmarke ProjektStadt berät die Unternehmensgruppe sowohl Kommunen als auch Investoren in Sachen Quartiersentwicklung und Mixed-Use. Angesagt ist ganzheitliche Planung nach dem Motto „Die Zentren zukunftsfähig machen“.

Die ProjektStadt betreut derzeit rund 220 Projekte in fünf Bundesländern. Bezahlbares Wohnen wieder in die Innenstädte zu bringen, ist dabei eine Herzensangelegenheit – aber auch, für die Bewohner ein angenehmes Lebensumfeld in allen Aspekten zu schaffen. Vonnöten sind in den Stadtkernen freilich keine temporären Lückenfüller, sondern vielmehr langfristige Lösungsstrategien mit Fokus aufs Gemeinwohl.

Dienstleister für Kommunen

Daher berät die ProjektStadt auf Anfrage als Dienstleister für Kommunen, bringt sie in Förderprogramme, unterstützt bei der Investorensuche, hilft bei der Planung von Mixed-Use-Projekten und setzt Dialogprozesse in Gang. Die Leistungspalette erstreckt sich ferner auf Klima- und Energie-Projekte wie Kommunale Wärmeplanung, Konversionen sowie die Schaffung und Revitalisierungen von Gewerbeflächen bis hin zu Themen wie Quartiersentwicklung, interkommunale Kooperationen und wettbewerbliche Dialoge. Bei den Kommunen einen Fuß in punkto Wohnungsbau in der Tür zu haben, kann bei alldem nicht schaden – öffentliche Ausschreibungen sind natürlich unumgänglich. Ein gelungenes Beispiel für die Umnutzung einer innerstädtischen Großimmobilie stellt das frühere Kaufhaus Mainzer in Heppenheim dar. In der denkmalgeschützten Immobilie wurden die städtische Musikschule, die Touristinformation sowie städtische Ämter untergebracht. Von der Wiedernutzung des ehemaligen Kaufhauses ging ein entscheidender Impuls für die weitere Entwicklung der gesamten Innenstadt aus.

Den größeren Zusammenhang im Blick zu behalten und ganzheitlich zu denken, ist der Ansatz der ProjektStadt für eine vitale City. „Wir sehen in der aktuellen Situation große Chancen, wichtige Nutzungen wie Bildung, Kultur und Wohnen wieder verstärkt in die Innenstädte zurückzuholen. So machen wir sie vielfältiger, krisensicher und lebenswerter“, führt Monika Fontaine-Kretschmer, Geschäftsführerin der NHW und Mitglied im Beirat Innenstadt unter Vorsitz der Bundesbauministerin Klara Geywitz., aus. „Dafür benötigen wir eine neue, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Stadt.“

Leuchtturmprojekt Hanau

Hervorragend gestaltet sich zum Beispiel die Kooperation in Hanau. In zentraler Lage hat die NHW nicht nur rund 350 Wohnungen neu gebaut, sondern der Brüder-Grimm-Stadt auch Mehrwert in Form einer Förderung durch den Bund im Rahmen des Programmes „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ verschafft. Diese 3,75 Millionen Euro, neben 250.000 Euro aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“, fließen unter anderem ins Programm „Hanau aufLADEN“.

Um das Zentrenmanagement zu stärken, ist der Zwischenerwerb von Immobilien vorgesehen, immer mit Augenmerk auf Nachnutzungspotenziale. Zudem gibt’s ein ganzes Bündel Maßnahmen zur Belebung der City: Pop-up-Stores und temporäre Gastronomie, Märkte, kulturelle Events oder auch die Newcomer-Starterhilfe. Ein Kompetenzzentrum für Handel, Immobilien und Digitalisierung soll als zentrale Anlaufstelle für alle Stakeholder dienen. Eine Win-Win-Situation für sämtliche Beteiligten.

Neustrukturierung in Homberg (Ohm)

Auch in Homberg (Ohm) hat die ProjektStadt die Stadtentwicklung fest im Blick. Die Stadt wurde bei den Förderantragstellungen für das Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ und beim Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ sehr erfolgreich unterstützt. So können nun Fördermittel von über einer Million Euro in Homberg eingesetzt werden. In einem zweiten Schritt wurde mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Politik, der Verwaltung und der ProjektStadt in Rekordzeit ein breit diskutiertes Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept für die Kernstadt erarbeitet. Vorgesehen sind unter anderem die Etablierung eines Innenstadtmarketings, ein weiterhin breiter Beteiligungsprozess sowie die Einrichtung eines Verfügungsfonds, der zur Durchführung eigener Projekte und Maßnahmen anregen soll. Ziel ist, Unternehmen in der Innenstadt zu halten sowie die Ansätze für die Weiterentwicklung der Frankfurter Straße als Einkaufs- und Erlebnisstraße zu verstetigen. Erreicht werden soll dies unter anderem durch ein Digitalisierungs- und Mobilitätskonzept sowie die Aufwertung des ehemaligen Amtsgerichtsgebäudes und heutigen Familienzentrums zu einem Treffpunkt des sozialen Lebens. Kita und DRK-Gelände sollen neu strukturiert, an das Familienzentrum angeschlossen und durch den Neubau eines seniorengerechten und barrierefreien Wohnprojekts ergänzt werden.

Umfassende Planung in Eschwege

Eschwege ist mit Rückenwind seitens der ProjektStadt dabei, eine Strukturwandelstrategie „Von der Innenstadt zur Draußen-Stadt“ umzusetzen. Wichtige Bausteine sind unter anderem die ökologische bauliche Umgestaltung und Aufwertung der Innenstadt sowie die Einrichtung eines Innenstadtmanagements. Das geplante Eschwege-Haus soll ein „Reallabor für soziale Innovationen“ werden und Räume für Co-Kreation, Kooperation und Co-Working anbieten. Um Ressourcen zu schonen, soll ein bestehendes Gebäude erworben und entsprechend saniert werden. Mögliche Nutzer wären urbane Start-Ups, Sozialunternehmen, Kultureinrichtungen, Stadtbibliothek, soziale Dienstleister und ein Jugend-Café.

Angepasste lokale Konzepte

Im Oberen Niddertal, einer interkommunalen Kooperation im ländlichen Wetteraukreis, liegt der Fokus auf einer nachhaltigen Entwicklung durch die städtebauliche und funktionale Neugestaltung der zentralen innerörtlichen Bereiche. Rüdesheim am Rhein hingegen arbeitet an einer innovativen Organisations- und Umsetzungsstruktur. So sind die Schwerpunkte der einzelnen Orte ganz unterschiedlich. Die Ziele sind jedoch bei allen Kommunen die gleichen:  Fortschritt, Vermeidung von Leerständen, das Zusammenbringen von Menschen, die Gestaltung pulsierender Treffpunkte.

Handel, Freizeit, Kultur

Eine zukunftsfähige Innenstadt brauche weiterhin den Handel mit seiner Leitfunktion, darüber hinaus aber noch mehr, ist die Unternehmensgruppe überzeugt. Sie müsse ein Platz sein, an dem Menschen wohnen, Cafés und Restaurants besuchen können, Platz für Konzerte unter freiem Himmel bieten, für Kultur, für einen Markt, auf dem sich die Menschen mit regionalen Produkten versorgen können. Zudem solle sie ein Ort für Ausstellungen und Events sein. Für leerfallende Großimmobilien – nicht nur Warenhäuser und Shopping Center, sondern auch Parkhäuser oder Kinos – geeignete Nachnutzungen zu finden, zählt ebenfalls zur gelungenen Innenstadtstrategie. In solchen Fällen bieten sich laut ProjektStadt Mixed-Use-Lösungen an, zum Beispiel die Rückholung von Verwaltungen, Bildungs-, Sozial-, Gesundheits- oder Hochschuleinrichtungen mitten ins Zentrum. Klarheit bringt ein Investitions-Check.

Mannigfache Anforderungen

Bei all der Planung lässt sich leicht der Überblick verlieren. Daher steht die ProjektStadt als kompetenter und neutraler Partner an der Seite der Kommunen. Absicht ist die Förderung von Kommunikation, Ideen und durchaus auch Experimenten. Monika Fontaine-Kretschmer: „Kommunen sind aktuell vielfältig gefordert, müssen auf akute Herausforderungen reagieren, mittelfristige Strategien entwickeln und gleichzeitig eine zukunftsfähige Planung für eine resiliente Innenstadt starten. In einer Phase Null sollten stadtentwicklungspolitische Ziele, kommunale Investitionen und Planungen auf ihre Innenstadtrelevanz überprüft werden. Für die Entwicklung eines ISEK sind ein kooperativer Dialog mit allen Beteiligten und ein qualifiziertes Transformationsmanagement wichtig, das Steuerung, Management und Beratung sicherstellt.“

Susanne Müller