Von Stahl zu Stadtflair

German Council
Focus
Susanne Müller
Sie ist das Herz des Ruhrgebiets und pulsierende Metropole: Einst geprägt von Kohle und Stahl, punktet die Stadt Essen heute mit modernen Einkaufsstraßen, hippen Cafés und viel Grün zum Chillen. Wir haben beim Gastgeber der nächsten Kommunal Konferenz, Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen, nachgehakt, was die Teilnehmenden erwartet.
Im Juni richtet Essen die Kommunal Konferenz des German Council of Shopping Places aus. Was bedeutet Ihnen diese Gastgeberrolle?
Thomas Kufen: Die Gastgeberrolle ist für uns eine große Anerkennung und zugleich eine Verpflichtung. Essen steht beispielhaft für den Wandel vieler deutscher Großstädte – vom Industriestandort hin zu einer modernen, lebenswerten Metropole. Dass wir die Kommunal Konferenz des German Council of Shopping Places ausrichten dürfen, zeigt: Unsere Stadt wird als Impulsgeber für zukunftsfähige Innenstädte wahrgenommen. Der direkte Austausch mit Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft ist mir persönlich sehr wichtig, weil wir Herausforderungen nur gemeinsam lösen können.
Welche Impulse wird die Konferenz für Essen und andere Kommunen setzen?
Die Konferenz bietet die Chance, praxisnahe Lösungen für aktuelle Fragen der Stadtentwicklung zu diskutieren – von Nutzungsmischung über Aufenthaltsqualität bis hin zu Sicherheit und Digitalisierung. Für Essen bedeutet das, eigene Projekte zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig profitieren andere Kommunen von unseren Erfahrungen, etwa bei der Transformation der Innenstadt oder bei kooperativen Stadtmodellen. Ziel ist, voneinander zu lernen und neue Partnerschaften zu knüpfen.
Die Themen Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung prägen die Diskussion in vielen Großstädten. Welche Maßnahmen und Schwerpunkte setzt Essen, um diesen Dreiklang nachhaltig zu stärken und sichtbar zu machen?
Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung sind Grundvoraussetzungen für Lebensqualität und wirtschaftliche Stärke. In Essen setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Ordnungsamt, Polizei, Entsorgungsbetrieben und sozialen Trägern. Dazu gehören eine verstärkte Präsenz in sensiblen Bereichen, konsequente Sauberkeitskonzepte sowie präventive Angebote. Wichtig ist mir, dass Maßnahmen nicht nur greifen, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger sichtbar und spürbar sind.
Gerade in Innenstädten zeigt sich, wie wichtig das Zusammenspiel von Stadt, kommunalen Diensten und Bürgerengagement ist. Wie gelingt Ihnen dieses Miteinander – und wo sehen Sie aktuell die größten Chancen, aber auch Herausforderungen?
Das Miteinander gelingt dort am besten, wo gegenseitiges Vertrauen und klare Verantwortlichkeiten bestehen. In Essen setzen wir auf Dialogformate, Quartiersarbeit und die Einbindung von Initiativen, Vereinen sowie Eigentümerinnen und Eigentümern. Die größte Chance sehe ich darin, gemeinsam Verantwortung für unsere Stadt zu übernehmen. Die Herausforderung bleibt, unterschiedliche Interessen auszugleichen und langfristiges Engagement aufrechtzuerhalten – gerade in Zeiten knapper Ressourcen. Genau hier braucht es Verlässlichkeit, Transparenz und einen klaren politischen Kompass.
Das Interview führte
Susanne Müller